Ich ging mal kurz den Berg hoch
so sagt man es immer noch
da wo ich herkomme
war ich
Wolken gucken
Gräser abzupfen
Heckenrosen schnuppern
Himbeeren klauen
im Freibad
ich habe
auf der alten Bank gesessen
dem Mähdrescher zugeschaut
Riesenmotten gerettet
Butterkuchen gegessen
Bohnenkaffee getrunken
heimlich geraucht
alte Lieder gesungen
und Mittagsschlaf gemacht
da wo ich herkomme
macht man den
immer noch
Kategorie: Gedichte
Bratkartoffelverhältnis, modern
Er kauft die Kartoffeln
Er kocht die Kartoffeln
Sie pellt die Kartoffeln
Er brät die Kartoffeln
Sie essen die Bratkartoffeln gemeinsam
Sie geht nach Hause
Er macht den Abwasch
Allein
2015 © sargantanasal.com
Nach dem Gewitter
Irgendwo knallt es
es knallt ja immer irgendwo
nachts in der Stadt
und einer pfeift
unten auf dem Kopfsteinpflaster
Gelächter
als hätte das Gewitter
nur die Blüten zerdrückt
der Himmel dunkelblau
um Mitternacht
ein gefährlicher Mond gerade
sagt einer
der Mond ist doch immer gleich
sagt ein anderer
und dann knallt es wieder
irgendwo knallt es ja immer
nachts in der Stadt
2015 © sargantanasal.com
falling in love
Liebe
fällt uns nicht mehr
Liebe
richtet uns auf
wächst
jeden Tag einen Mikrometer
bald
vielleicht schon
nächsten Mai
sind wir
Riesen der Liebe
2015 © sargantanasal.com
Mein letztes Gedicht für den #frapalymo, denn heute ist der 31.Mai. Und der #frapalymo-impuls für den 31. mai lautet: „falling in love“. ganz konkret geht es hier um orbanism, dem „netzwerk für digitale contentwirtschaft“, auf das uns die großartige #frapalymo-Mutter @FrauPaulchen aufmerksam gemacht hat.
SargantanaCento
Der elfte Melusinenwirbel
schwingt mich
schwerelos
Es regnet Honig
bis auf den letzten Tropfen
unbedacht
Hörst du die Musik
wenn der Staub tanzt
mohnrot
auf dem Nomadeneis?
Jede Melodie ein Mond-Zeitalter
Liegen und lauschen und spüren
Umdrehen verboten
2015 © sargantanasal.com
Nachgereicht: Mein #frapalymo für den 30. Mai. Der impuls lautet: „erstellt ein cento aus euren eigenen #frapalymo mai15-texten“.
Sollbruch, weiter unten
Wenn jemals etwas
bricht
dann der elfte
Melusinenwirbel
das ist so angelegt
für eines Tages
Nein nein
nicht das Herz
du Banause
das wäre viel zu
profan
für eine Wasserfee
Mein kleiner Beitrag zum #frapalymo für den 28. Mai 2015. Der Impuls lautet: „sollbruchstelle“.
Mondwale
Mondwale * (Moon Whales – Ted Hughes)
Sie pflügen den Mondstoff
knapp unter der Oberfläche
wölben sie die Mondhaut
wie ein Muskel
so langsam
als wären sie ein Berg
so selten atmend
als wären sie ein Vulkan
der Löcher in die Mondhaut sprengt
Manchmal tauchen sie tief
unter die Prärie der Mondes
folgen der Magnetbahn
der inneren Mondmetalle
dass die Instrumente
des Astronauten verrückt spielen
Ihre Musik ist gewaltig.
Jede Note hunderte von Jahren alt
Jede Melodie ein Mond-Zeitalter
singen sie sich endlose Lieder
Unbewegt bewegen sie ihre bewegungslosen Massen
ihre Augen geschlossen ekstatisch
———————————————————————————————-
Meine „Übersetzung“ zum #frapalymo27mai15, der Impuls lautete: : „übersetzt, verdichtet, nachdichtet ein gedicht“. es geht bei dieser art übersetzung nicht um eine klassische literarische übersetzung, sondern um ein beschäftigen mit sprache, bilder, wörter. basis ist ein fremdsprachiges gedicht eurer wahl. ihr könnt dabei eine sprache oder auch einen dialekt wählen. ihr könnt wählen, ob ihr die sprache beherrscht oder nicht,“ so @FrauPaulchen.
Ich wählte ein bildstarkes Kindergedicht von Ted Hughes: „Moon Whales“ und es ging nicht gerade leicht von der Hand…
Sommer 1934
Hinter dem Jägerzaun
im Licht- und Luftbad
kauft der Junge
dem Mädchen
Brotklümpchen
die mag sie so gern
Außen hart, innen Kokos
Sommerhaut an Sommerhaut
lachen und tollen sie
in Turnzeug
unter der Brause
im Licht- und Luftbad
bleibt den Kindern die Luft weg
vor lauter Glück
das erste Mal
Erinnern sie sich daran
das letzte Mal
zehn Jahre später
hinter dem Stacheldraht
2015 © sargantanasal.com
mein freies Gedicht zum #frapalymo26mai15 via @FrauPaulchen, und der Impuls lautete „wem gehört eigentlich die Luft“. / Die Erinnerungen meiner Mutter an einen Sommer in den 30ern musste ich, einem Impuls folgend, so verdichten.
Entstörung, spürbar
Neurotransmitter
Amygdala
Gyrus Cinguli
Cortex Cerebri
Begriffe
Inhalte
Funktionen
lasst mich doch!
Das Rauschen im Gehirn
ausblenden
Was näher liegt:
im Lindenblättermeer
zwei Amseln
so verliebt
auf der Straße lachen Mädchen
ein Hund bellt
Der Apfel
so makellos zerdellt
die Rose, die nicht verblühen will
und wie die Bettwäsche duftet
einfach nur liegen und lauschen und spüren
schlummern
2015 © sargantanasal.com
Mein Gedicht zum #frapalymo25mai15, und der Impuls lautet: „eine blaue blume, erdbeeren, schokolade, kaffee und ein kleines lied. worte verbannen – sinne zulassen.*“ inspiriert von der bezaubernden @e_mm_e1
Weltmusik
Abermillionen Töne
Schließ deine Augen
Die Welt ist voller Klang
Unerschöpfliche Fülle
Schließ deine Augen
Hörst du die Musik?
Unerschöpfliche Fülle
Unendliche Lebendigkeit
Hörst Du die Musik?
Sogar die Sterne singen
Unendliche Lebendigkeit
Das Universum tanzt
Sogar die Sterne singen
Die Welt ist voller Klang
Das Universum tanzt
Abermillionen Töne
2015 © sargantanasal.com
#frapalymo für den 24. Mai, und der Impuls von http://paulchenbloggt.de/ lautet „schreibt ein pantun“.
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