Weit weg, so nah

Warum ist alles so weit weg?
Gestern vor 20 Jahren
war heute so weit weg
warum lebt man so lange
frage ich mich jetzt
einfach wegfliegen
das ist mein Traum
dann wäre die Welt weit weg
Fensterplatz
wie damals
da flog ich einmal nachts
da war der Mond gar nicht mehr weit weg
der Mond flog mit
direkt neben mir
mit mir
zum Totlachen nah
und es stimmt, was sie sagen
der Mond hat wirklich
ein richtiges Gesicht

(Zeile 1 aus „Findet mich das Glück?“, Peter Fischli, David Weiss, Verlag der Buchhandlung Walther König)
Gedicht 1 zum #frapalymo November 2016. Impuls: die ersten wörter sind eure ersten wörter“. wählt aus einem buch eurer wahl (lyrik ebenso wie prosa) die erste seite und nutzt exakt dieselben ersten wörter als einstieg in euer gedicht

Ich habe gestern mit geschlossenen Augen obiges Büchlein aus dem Regal gefischt. Der erste Satz „Warum ist alles so weit weg?“ überraschte mich nicht,  ich glaube nicht an Zufälle. Diese Frage habe ich erst gestern gehört. Frau H. hat sie gestellt und sich dann Gedanken zum Fliegen und zum Mond gemacht. Frau H. ist eine demente Dame, 88 Jahre,  die ich seit Juli betreue und aktiviere, mit der ich viel Biografiearbeit mache. Meistens notiere ich ihre Gedanken ungefiltert, so wie sie kommen. Auch gestern. Mit ihrer Erlaubnis entstand nun dieses erste kleine Gedicht. Wenn es passt, möchte ich gern weitere Impulse dazu nutzen, die Gedanken von Frau H. zu verdichten. Sie sind so wundervoll und sagen so viel.
Die anderen Gedichte könnte ihr nachlesen unter:

#frapalymo 1nov16: anfang

4 thoughts on “Weit weg, so nah

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