Ein, zwei, drei, vier Eckstein

Vera duckt sich mit
Evelyn hinter den Gingkostrauch
Rudi macht sich im Strandkorb klein
Susanne hockt sich hinter den Magnolienbaum
Tommi liegt im Heidekraut
Elsie kriecht im Musikpavillon unter die Flügel-Decke
Christoph drückt sich an die Mammutfichte
kommt der Wolf und findet sie alle, bis auf Elsie
spannende
paradiesische
Inselabenteuer
ewig her
lebenslang im Herzen

© Sargantanasal

* der famosen Ferienkinderclique von Wyk auf Föhr widme ich dieses Achkrostichon, meine Nr. 26 für den #frapalymo zum impuls: „Verstecke“. Ein toller Impuls, der viele Ideen freigesetzt hat, mich aber an erster Stelle direkt in die Kindheit führte. Wieder einmal, das hat dieser November-Frapalymo wohl so an sich. 🙂

Pssst!

Wir kichern in die Kissen,
um noch ein Weilchen 
im Nest zu bleiben.
Durch die Ritzen 
der Jalousie
kitzeln sich
 die ersten Sonnenstrahlen in unsere Nasen
Jetzt nur nicht niesen,
 damit keiner merkt,
wie wach wir schon sind, wie viele Geschichten
wir uns schon zugeflüstert haben.

Mit dem Finger auf den Lippen
lauschen wir den Schritten der Mutter,
wie leise sie tappt,
das Wasser aufdreht,
die Schubladen öffnet,
den Frühstückstisch deckt,
den Vater weckt.

Bis der Kessel pfeift,
die Pumpe im Keller anschlägt,
das Radio klimpert,
der Wellensittich rumort.

Wir seufzen noch einmal,
dann öffnet sich schon die Tür,
und die Jalousie legt ratternd
den Sonntag frei

2014 © sargantanasal.com

Das war mein #frapalymo 11 aus dem Mai 2014 und der Impuls lautete: „Ganz still sein, um die Geräusche des Hauses nicht zu stören“. Es kam mir heute wieder in den Sinn – wegen der Kindheitserinnerungen, die hier heute herumgeisterten.