falling in love

Liebe
fällt uns nicht mehr
Liebe
richtet uns auf
wächst
jeden Tag einen Mikrometer
bald
vielleicht schon
nächsten Mai
sind wir
Riesen der Liebe

2015 ©  sargantanasal.com

Mein letztes Gedicht für den #frapalymo, denn heute ist der 31.Mai. Und der #frapalymo-impuls für den 31. mai lautet: „falling in love“. ganz konkret geht es hier um orbanism, dem „netzwerk für digitale contentwirtschaft“, auf das uns die großartige #frapalymo-Mutter @FrauPaulchen aufmerksam gemacht hat.

SargantanaCento

Der elfte Melusinenwirbel
schwingt mich
schwerelos
Es regnet Honig
bis auf den letzten Tropfen
unbedacht

Hörst du die Musik
wenn der Staub tanzt
mohnrot
auf dem Nomadeneis?
Jede Melodie ein Mond-Zeitalter

Liegen und lauschen und spüren
Umdrehen verboten

2015 ©  sargantanasal.com

Nachgereicht: Mein #frapalymo für den 30. Mai. Der impuls lautet: „erstellt ein cento aus euren eigenen #frapalymo mai15-texten“.

Sollbruch, weiter unten

Wenn jemals etwas
bricht
dann der elfte
Melusinenwirbel
das ist so angelegt
für eines Tages
Nein nein
nicht das Herz
du Banause
das wäre viel zu
profan
für eine Wasserfee

Mein kleiner Beitrag zum #frapalymo für den 28. Mai 2015. Der Impuls lautet: „sollbruchstelle“.

Mondwale

Mondwale * (Moon Whales – Ted Hughes)

Sie pflügen den Mondstoff
knapp unter der Oberfläche
wölben sie die Mondhaut
wie ein Muskel
so langsam
als wären sie ein Berg
so selten atmend
als wären sie ein Vulkan
der Löcher in die Mondhaut sprengt

Manchmal tauchen sie tief
unter die Prärie der Mondes
folgen der Magnetbahn
der inneren Mondmetalle
dass die Instrumente
des Astronauten verrückt spielen

Ihre Musik ist gewaltig.
Jede Note hunderte von Jahren alt
Jede Melodie ein Mond-Zeitalter
singen sie sich endlose Lieder

Unbewegt 
bewegen sie 
ihre bewegungslosen Massen

ihre Augen 
geschlossen 
ekstatisch

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Meine „Übersetzung“ zum #frapalymo27mai15, der Impuls lautete:  : „übersetzt, verdichtet, nachdichtet ein gedicht“. es geht bei dieser art übersetzung nicht um eine klassische literarische übersetzung, sondern um ein beschäftigen mit sprache, bilder, wörter. basis ist ein fremdsprachiges gedicht eurer wahl. ihr könnt dabei eine sprache oder auch einen dialekt wählen. ihr könnt wählen, ob ihr die sprache beherrscht oder nicht,“ so @FrauPaulchen.
Ich wählte ein bildstarkes Kindergedicht von Ted Hughes: „Moon Whales“ und es ging nicht gerade leicht von der Hand…

Sommer 1934

Hinter dem Jägerzaun
im Licht- und Luftbad
kauft der Junge
dem Mädchen
Brotklümpchen
die mag sie so gern
Außen hart, innen Kokos

Sommerhaut an Sommerhaut
lachen und tollen sie
in Turnzeug
unter der Brause
im Licht- und Luftbad
bleibt den Kindern die Luft weg
vor lauter Glück
das erste Mal

Erinnern sie sich daran
das letzte Mal
zehn Jahre später
hinter dem Stacheldraht

2015 ©  sargantanasal.com

mein  freies Gedicht zum #frapalymo26mai15 via @FrauPaulchen, und der Impuls lautete „wem gehört eigentlich die Luft“.  / Die Erinnerungen meiner Mutter an einen Sommer in den 30ern musste ich, einem Impuls folgend, so verdichten.

Entstörung, spürbar

Neurotransmitter
Amygdala
Gyrus Cinguli
Cortex Cerebri
Begriffe
Inhalte
Funktionen
lasst mich doch!
Das Rauschen im Gehirn
ausblenden
Was näher liegt:
im Lindenblättermeer
zwei Amseln
so verliebt
auf der Straße lachen Mädchen
ein Hund bellt
Der Apfel
so makellos zerdellt
die Rose, die nicht verblühen will
und wie die Bettwäsche duftet
einfach nur liegen und lauschen und spüren
schlummern

2015 ©  sargantanasal.com

Mein Gedicht zum #frapalymo25mai15, und der Impuls lautet: „eine blaue blume, erdbeeren, schokolade, kaffee und ein kleines lied. worte verbannen – sinne zulassen.*“ inspiriert von der bezaubernden @e_mm_e1

Weltmusik

Abermillionen Töne
Schließ deine Augen
Die Welt ist voller Klang
Unerschöpfliche Fülle

Schließ deine Augen
Hörst du die Musik?
Unerschöpfliche Fülle
Unendliche Lebendigkeit

Hörst Du die Musik?
Sogar die Sterne singen
Unendliche Lebendigkeit
Das Universum tanzt

Sogar die Sterne singen
Die Welt ist voller Klang
Das Universum tanzt
Abermillionen Töne

2015 ©  sargantanasal.com

#frapalymo für den 24. Mai, und der Impuls von http://paulchenbloggt.de/ lautet „schreibt ein pantun“.

Meta-Gedanken zur Nacht

mipigsalächopf

Als ich so in Gedanken versunken dasass und so ein bisschen nachdachte, dachte ich, dass das ewige Nachdenken einen schon ziemlich nachdenklich macht. Als ich noch ein bisschen weiterdachte, dachte ich, dass dieses ewige Nachdenken die Gedanken gesund hält , da alles was gedacht wird im selben Moment wiederum zerdacht wird und das Zerdachte sich in zuvor gedachte Gedanken einfügt, diese korrigiert oder bestätigt oder vervielfältigt.

Und als ich noch ein bisschen weiter dasass und noch ein bisschen weiterdachte, dachte ich, dass dieses ewige Nachdenken auch tödlich sein kann. Als ich nämlich über einen Gedanken nachdachte, dessen zerdachtes Ergebnis wiederum prüfte, weiterdachte und noch ein bisschen dachte, dachte ich auf einmal, dass ich dem erstgedachten Gedanken wieder sehr nahe bin. Ich dachte im Kreis und dachte mir erst nichts dabei bis ich kurz intensiv nachdachte und meine Gedanken von aussen bedachte und jene Gedankenendlosschleife gerade noch erkannte und sie schnellstens…

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Mittelstrecke

Auf der Gangway
ganz oben
dieses erste Mal
nur mit Handgepäck
Umdrehen verboten
Ziel unbekannt
Mittelstrecke
jede Wette!
Noch eine letzte Nase Kerosin
und dann
huiii!

2015 © sargantanasal.com

Mein Beitrag zum #frapalymo vom 22. Mai zum Impuls „Flugreise“