… nach langer Zeit ein Gedicht zu schreiben,
googelte ich etwas über das menschliche Gehör, das ich nicht verstand
entdeckte ein Gemeinschaftsprojekt
einen seit Monaten nicht mehr genutzten Email-Account
eine Konzertankündigung meines Lieblingsmusikers (ausverkauft)
verwarf einen unseriösen Ticketkauf
notierte eine Idee für eine Gedächtnisübung
korrigierte einen alten Text
merkte mir eine Nummer (vergeblich)
trank ein Glas abgestandenen Rosé-Perlwein
löschte acht Emails
überprüfte zwei Rechnungen
fand Musik
massierte mir den Nacken
und löschte den Entwurf
des Gedichtes
(über befremdliche Stille, hervorgerufen durch Gleisbauarbeiten an der U-Bahnstrecke vor meiner Tür – und das beruhigende Geräusch
der U-Bahn, die seit gestern Nacht wieder fährt)
Ihr merkt schon, das wäre nix geworden.
Schönes Wochenende für alle! 🙂

Unter dem Tisch
Das Klappern der Kaffeetassen
gedämpft
Das Muster des Teppichs
vergilbt
Das Gemurmel vom Krieg
unverständlich
Die Tischdeckenzipfel
spitz
die Krümel vom Platenkuchen
zuckersüß
Tante Lillis Waden
elefantös
Frau Möllers Ausgehschuhe
blitzblank
Omas Thrombosestrümpfe
gestopft
Opas Cordpantoffeln
kuschelig
Mutters Serviette
zerknüllt
der Pups von Tante Maria
säuerlich
Onkel Hans’ linkes Bein
ab
der beste Platz in der guten Stube
unsichtbar