WIR

Wir haben das WIR zerschnipselt
ganz ohne Schere
Zettel für Zettel
ausgebreitet
auf dem Tisch
wir haben
gesprochen
gegessen
getrunken
die Schnipsel gemischt
zusammengefügt
gelacht
von Tisch gefegt
noch mehr gelacht
wir haben gesungen

Scheiß auf die Schnipsel
Wir können sie zusammenlegen
wie wir wollen
die Summe ist immer
LIEBE

© sargantanasal

 

Meinen Freundinnen gewidmet. Nichts anderes war mir möglich zum #frapalymo 9. Impuls: „zerschneidet und setzt neu zusammen – aus drei eigenen texten wird ein neuer“.

Substantive, die

Geschichten, die
von Müttern und Vätern
von Frohsinn und Lebendigkeit
von Trübsal und Sehnsucht
von Hoffnung und Erfüllung
vom Wissen und Entscheiden
vom Fühlen und Lieben
von Geburt und Tod
vom Wandel
von Freiheit
und von dem ganzen Dazwischen
wollen geschrieben
Werden?

@ sargantanasal

Impuls Nr. 4 am 4. November und Teil 2 vom Doppelimpuls „Verben“ und (heute) „Substantive“

 

Was dahinter stecken könnte

finden fühlen funkeln freien
testen tasten tanzen taumeln
zaudern zerren zanken zeugen
gebären gedeihen gedulden gestalten
stammeln schämen schweigen sterben
verlieren verwalten verlaufen verzweifeln
besinnen berappeln bewegen befreien

 

© sargantanasal
3. November 2017

Gedicht Nr. 3 zum #frapalymo zum „doppelimpuls, teil 1: verben“. Morgen folgt Teil 2 „substantive“

 

Zahlreich erschienen

Ich zähle die Regentropfen an den Zweigen *
auf elf bin ich gekommen
ich gebe auf
es sind zu viele
betrachte lieber alle Zweige
wie sie sich neigen
vielleicht verneigen sie sich auch
vor all den Regentropfen
die auf ihnen verweilen
als gehörten sie
zur Familie

© sargantanasal

* Hilde Domin, Abzählen der Regentropfenschnur

November, #frapalymo-Zeit, und das ist mein erster Beitrag zum Impuls Nr. 1 „Die erste Zeile ist für alle gleich“,  hier „Ich zähle die Regentropfen an den Zweigen“ aus Hilde Domins Gedicht „Abzählen der Regentropfenschnur“. Und für alle, die es noch nicht kennen   #frapalymo steht für: frau paulchens lyrik monat 

Das Leben
diese alte Wandelhalle
ohne Fußbodenheizung!
Ich wandle darin
kreuz und quer
treppauf
treppab
und bräche ihr Dach auch ein
aus ihren Brunnen
sprudelte immer noch
das Wasser
das meinen Durst stillt
jeden Tag neu

© Sargantanasal

Ein letzter Beitrag zum #frapalymo, Frau Paulchens Lyrikmonat im November 2016 ist um. Der #frapalymo-impuls no 30 lautet: „was wir heute sind, sind wir morgen nicht – veränderung“.
Leider war es in den letzten beiden Wochen so eng bei mir. Ich hätte gerne mehr Zeit für die Impulse gehabt. Aber sie wirken ja bekanntlich nach – ich bin gespannt.

Kleines Nebelgedicht

Der Nebel hat die Stadt versteckt
sie ist mucksmäuschenstill
der Nebel hat sie zugedeckt
die Stadt war ihm zu aufgeweckt
sie schweigt, weil er es will

Sie schweigt bis morgen früh um acht
dann dreht sie wieder auf
und tanzt und lacht und singt und johlt
und wenn sie nicht der Nebel holt
hol ich sie zu mir rauf

© Sargantanasal

* mein Gedicht Nr. 26 zum und  #frapalymo-impuls no 26: „medientransfer: straßengeräusche (link!) – schreibt ein gedicht zu den geräuschen der stadt“

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