„Kinderscenen“

Wie das klingt
wenn der Dichter spricht
bleibt vorerst ein Geheimnis
die Leichten Stücke
sind viel zu schwer
Das Kind knipst die Klavierlampe aus
macht sich seinen eigenen Reim
schreibt

 

© Sargantanasal

Meine Gedanken für das #frapalymo gedicht am 15. november lautet: „medientransfer musik: schreibt ein gedicht zu diesem stück“. Es geht um „Wenn der Dichter spricht“ aus den „Kinderscenen“ von Robert Schumann.

16.22

November 1973

Einer von diesen
dumpfen Sonntagnachmittagen
im November
schon dunkel
das Dorf im Nebel
das gute Kaffeegeschirr gespült
sich verziehen
aus dem Fenster starren
da fährt kein Moped
auf der Hauptstraße
da kommt keiner vorbei
und holt dich da raus
das musst du dir ausdenken
in Schulhefte schreiben
Dass du Mathe machst
ist nicht mal gelogen
du schaust auf die Uhr
und rechnest dir aus
wieviel Zeit bleibt
bis „Salto Mortale“ beginnt
noch 43 Minuten

© sargantanasal 12.11.2017

12.11.17 Text zum  impuls für das #frapalymo gedicht am 12. novembert: „doppelimpuls teil 2: 16.22 uhr“. mal schauen, wie sich der nachmittag in euren texten spiegelt und ob oder ob nicht die andere uhrzeit anderes licht in gedichte bringt.

4:22

Der Wecker
legt mir den Tag an die Brust
wie einen hungrigen Säugling
Shhh! Shhh!
flüstere ich ihm ins Ohr. Shhh! Shhh!
Wenn du groß und stark werden willst,
halt noch zwei Stunden durch!

Da fließen noch Träume
durch meine Adern
die dürfen wir nicht wecken

die brauchen wir noch
für später
Shhh! Shhh!

© sargantanasal

Mein Gedicht No. 11 für den #frapalymo von @fraupaulchen,  der impuls lautete: „Doppelimpuls teil 1: 4.22 Uhr“

 

Startklar

In den Schatten
unter meinen Augen
machen sich die letzten Monate bereit
für den großen Sprung
darüber
die Lachfalten stehen Spalier
und feuern sie an

© Sargantanasal

Die vorletzte Nr. 29 zum vorletzten #frapalymo-(Doppel) Impuls „Schatten“

Manchmal
mit dem unsichtbaren Finger
den Schwung
der liegenden Acht nachzeichnen
die in den Herzkammern ruht

© Sargantanasal

Die Nr. 27 zum #frapalymo Impuls „Unendlich“. Lest mal nach, ganz wundervolle Beiträge: http://paulchenbloggt.de/2016/11/27/frapalymo-27nov11-unendlich/

Kleines Nebelgedicht

Der Nebel hat die Stadt versteckt
sie ist mucksmäuschenstill
der Nebel hat sie zugedeckt
die Stadt war ihm zu aufgeweckt
sie schweigt, weil er es will

Sie schweigt bis morgen früh um acht
dann dreht sie wieder auf
und tanzt und lacht und singt und johlt
und wenn sie nicht der Nebel holt
hol ich sie zu mir rauf

© Sargantanasal

* mein Gedicht Nr. 26 zum und  #frapalymo-impuls no 26: „medientransfer: straßengeräusche (link!) – schreibt ein gedicht zu den geräuschen der stadt“

Kurz tief

Fangarme
Glubschaugen
grau-türkis
tonnenschwer
trudeln
80.000 Meilen 
unter dem Meer
zwei Sekunden
Schlaf am Nachmittag
so verstörend

© Sargantanasal

 

Meine Nr. 25 zum  #frapalymo-impuls no 25: „nachmittagstraum: umschulung zum tiefseewesen.“* – nach einem tweet von klaus aka @reticulum.

Moorseen

Ich bin doch nicht farbenblind
Du sagst Blau
Aber deine Augen sind Moorseen
von schwarzen Wimpern umschlungen

Du sagst Blau
Ich sehe Dunkelgrün
von schwarzen Wimpern umschlungen
tauche ich hinein

Ich sehe Dunkelgrün
unendlich tief
tauche ich hinein
Ich lerne schwimmen darin

Unendlich tief
Aber deine Augen sind Moorseen
Ich lerne schwimmen darin
Ich bin doch nicht farbenblind

© Sargantanasal

 

Mein Pantun zum 23.11.2016. Der  #frapalymo-impuls no 23 lautet: „schreibt ein grünes pantun.