Wir spritzen uns
Gift
in Wunden (du)
oder Stellen (ich)
Von wegen:
Blut ist
dicker als Wasser
Sieh, wie dünn es rinnt
und versickert
im Nichts
Allen Ernstes
wünsch ich mir
wieder albern zu sein
mit Dir
so wie früher
als wir uns
unschlagbar fühlten
du und ich
weißt du noch?
Umwandlung
Ich packe Ast
in Belastendes
der große starke Ast der Linde
vor meinem Fenster
mein Kraftbaum
Ich packe Ende
in Belastendes
das Ende der Belastung
durch lieblose Menschen
und ungeliebte Arbeit
Zuletzt packe ich ein l
zu Bela
den Rest streiche ich weg
und ersetze durch Vita
Bella Vita!
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Anderswohin
Schritt
für Schritt
führt mein Weg
nur nicht in deine
Richtung
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Schnee
Es ist nichts weiß hier
nicht mal meine Weste
zumal ich keine trage
weiße Westen
sind auch aus der Mode gekommen
ebenso
wie Schnee
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Tja
Als ich einmal
zu viel Schuld
auf meine Schultern geladen hatte
wurde ich so schwer
dass ich einbrach
unter dem Eis
setzte mein Gehirn aus
konnte ich plötzlich tauchen
und tauchte und tauchte
und tauchte wieder auf
am anderen Ende
der Fahnenstange
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Freifahrt
Ich habe eine Freifahrt
für die Achterbahn
die fährt heut andersrum
los komm, wir steigen zu
und gewöhnen uns das Fürchten ab
Im freien Fall
rutschen uns die Herzen
aus der Hose
wieder an den rechten Fleck
schreien wir uns den ganzen Tod
aus der Seele
kotzen wir alles aus
was uns vergiftet
Was uns dann noch im Halse steckt
ist bestenfalls
ein Lied
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Kleiner Januar-Blues
Raketengerippe und Böllerbrei
liegen trostlos und grau in den Gossen.
Die Menschen gehen achtlos vorbei
und schauen ganz verdrossen,
als wäre es völlig einerlei,
was sie Tage zuvor
mit wildem Geschrei
und für viel Geld
verschossen.
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Sie war so vornehm
In leeren Händen genug finden
Deine warme Kinderhand
in meiner
schwebten wir ins Trostland
in diesen ersten Nächten
als wir alles verloren hatten
veröffentlicht am 25.11.14 bei #frapalymo
„in leeren händen genug finden“ lautete der Impuls, diesmal aus der twitter-tl von sophie paulchen @himbeerbrise!
Der erste Sonntag…
Aufgestanden
mit Sonne in der Linde
Yoga gemacht
mit Musik von der Insel
geduscht
mit Seife von der Insel
da kehrten die Worte zurück
von blauen Stunden
auf der Insel
sie werden gesehen
wir werden gesehen
wir werden uns sehen
Wunder geschehen

Sie war so vornehm
Sie lachte nie
Die Eierschalfarben
ihrer Twinsets
in Harmonie
zum Nerzjäckchen
das sie bei Tisch
über ihre Schultern legte
es zitterte nie
auch wenn sie fröstelte
so elegant hantierte sie
mit Messer und Gabel
aus Tafelsilber in Jugendstil
Sie spielte nie
Der Kopf!
wussten die Kinder
Wenn sie zur Mittagsruhe entschwand
in die Beletage
mussten sie still sein
so still
dass sie ihr Weinen hören konnten
unter dem Plumeau
jeden Mittwoch um 13.30 Uhr
wenn der Gärtner
den Borgward startete
für seinen Chef
den Arzt
auf dass er zu seiner Geliebten fahren konnte
eine Verkäuferin aus dem Nachbardorf
veröffentlicht am 26.11.2014
#frapalymo Impuls no. 26: Was vornehm ist