Einem Freunde, der sich dem Trunk ergab
dem malte ich ein Bild
ich malte ein Bild von einem Grab
und auf das Grab ein Schild
Ich schrieb darauf „Gin war mein Ruin“
mit Siegellack in rot
und trug das Bild zum Freunde hin
und hoffte, er war noch nicht tot
Der Freund, der sich dem Trunk ergab
nahm das Bild und feixte: „Oh Graus!
Man stelle mir bloß kein Schild auf mein Grab,
das sieht ja armselig aus!
Ein Grabstein sollte es schon sein,
und außerdem trink ich nur noch Wein!“
Und danach warf er mich raus
© Sargantanasal
Gedicht No. 10 für den #frapalymo, der impuls lautete „sucht euch von eurem lieblingsdichter den titel eines gedichts und nehmt diesen als inspiration.
Spontan inspiriert vom Gedichttitel „Einem Freunde, der sich dem Trunk ergab“ von Macha Kaléko. Zuvor hatte ich mir weder Gin noch Wein zu Gemüte geführt, sondern einige Kästner-Gedichte. 🙂